
Bis anhin repräsentierten Komponistentabellen überwiegend männliche, weisse Komponisten. Dem setzen wir unsere Komponist*innentabelle entgegen, auf der die wichtigsten Vertreter*innen der Musikgeschichte selbstverständlich nebeneinander Platz finden! Auf einen Blick sehen wir nun z.B., dass zeitgleich zu Joseph Haydn auch Marianna von Martines erfolgreich komponierte und Sergej Rachmaninov ein Zeitgenosse von Florence Price war. Wir möchten Kulturschaffende und Klassikliebende dazu ermutigen ihre Programme neu zu denken. Mit einem Blick auf die Komponist*innentabelle wird das kreieren spannender Konzertprogramme ein Klacks!
Die Tabelle wurde vom Winterthurer Kulturkomitee, ermöglicht von der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, finanziert und von FemaleClassics produziert. Für ihre Mitarbeit und für ihr grosses ehrenamtliches Engagement zugunsten eines diversen Klassikkanons bedanken wir uns ganz herzlich bei: Anna Voser, Leitung Projektteam / Nadine Ritter, Grafik / Yamina Wehrli, Viviane Nora Brodmann, Prof. Dr. Inga Mai Groote - Musikwissenschaftlicher Beirat / Wolfgang Pailer, Recherche / Valentin François, Asia Ahmetjanova / Kulturkomitee Winterthur, Förderbeitrag
Du möchtest gerne Werke von Komponistinnen zu Gehör bringen oder ins Konzertprogramm aufnehmen, weisst aber nicht, wo anfangen?! Dann bist du hier genau richtig! Diese kleine Serie versammelt nützliche Webseiten, Datenbanken und Plattformen auf denen Komponistinnen, Noten sowie Hintergrundwissen erfolgreich gesucht und gefunden werden können. In kurzen Texten zeigen wir dir, für welche Zwecke sich die verschiedenen Websites am besten eignen. Ausgerüstet mit diesem Handwerkszeug steht der Programmierung von Komponistinnen nichts mehr im Weg!
Diese Übersicht ist bei weitem nicht allumfassend, sondern vereint unsere wichtigsten Quellen. Wenn ihr mehr davon wollt, liefern wir gerne nach. Viel Spass beim Stöbern, Entdecken und sichtbar machen.
Das «Archiv Frau und Musik» in Frankfurt am Main ist nicht nur das weltweit grösste und bedeutendste Archiv dieser Art, in dem man vor Ort forschen und sich durch rund 31‘000 Medieneinheiten von und über 2‘100 Komponistinnen, Musikerinnen und Dirigentinnen vom 9. bis 21. Jahrhundert kann. Ihre Webseite bietet ausserdem ein besonders nützliches Recherche-Tool: Repertoire-Listen für verschiedene Besetzungen! Wenn du also schon bestimmte Programmvorstellungen hast und weisst, dass du ein Stück für Flöte, für Chor oder für Kammerorchester suchst – um nur einige wenige Beispiele zu nennen – dann bist du dort genau richtig. Das unschlagbare Team von «Archiv Frau und Musik» beantwortet Fragen, z.B. wenn’s bei der Notenbeschaffung doch hapert, ausführlich per Mail.
Homepage: https://www.archiv-frau-musik.de/en/
Instagram: @archivfraumusik
Wer noch keine konkreten Programmvorstellungen hat und sich einfach mal inspirieren lassen möchte, der oder dem empfehlen wir dir die Webseite «Komponistinnen.com». Sie bietet die Möglichkeit, sich ohne Vorwissen nach Komponistinnen einer bestimmten Epoche (Gregorianik bis Neue Musik) oder eines bestimmten Landes zu erkundigen. Zusätzlich gibt es eine alphabetische Liste sämtlicher Komponistinnen, falls man eine bestimmte Idee hat und mehr über sie erfahren möchte. Die Artikel bieten nicht nur eine Biografie (verknüpft mit Wikipedia) und eine Werkliste der Komponistinnen, sondern auch eine Diskografie und Links zu den Noten der Kompositionen, was von grossem Nutzen sein kann!
Homepage: https://komponistinnen.org/
Das Forschungsprojekt «Musikvermittlung und Genderforschung (MUGI)» widmet sich seit 2001 Frauen der Musikwelt: Komponistinnen, Interpretinnen, Musikschriftstellerinnen, Pädagoginnen und Förderinnen. Von Mary Anne A’Beckett bis Emilie Zumsteeg, die über 400 Artikel umfassen jeweils Kapitel wie Profil, Orte und Länder, Biografie, Rezeption, Werkverzeichnis, Quellen- und Literaturverzeichnis und Forschung. Sich damit einen Überblick über das Leben und Werk dieser spannenden Frauen zu verschaffen, gelingt mit diesem Wissen schnell. «MUGI» ist besonders nützlich, wenn du spezifisch mehr Wissen zu einer Frau suchst. Sozusagen der zweite Schritt, nachdem du dich beim Besuch von «Komponistinnen.org» ausgetobt hast. Einfach durch die Liste klicken und auf Entdeckungstour gehen, macht jedoch auch viel Spass!
Webseite: https://mugi.hfmt-hamburg.de/content/index.xml
Instagram: @mugi_forschungsprojekt
Die amerikanische «Boulanger Initiative» setzt sich für Frauen und weitere geschlechtlich marginalisierte Komponist*innengruppen ein und fördert deren Inklusion und Repräsentation durch Aufführungen, Bildung, Forschung, Beratung und Auftragswerke. Ihre Datenbank umfasst über 1‘000 Werke von 1‘720 Komponist*innen, die man auf vielfältige Art und Weise durchsuchen kann. Besonders interessant ist der Werkkatalog: Dieser kann mit entsprechenden Filtern spezifisch nach Art der Komposition, Instrumentation, Verfügbarkeit von Noten und Aufnahmen, Herausgeber, Sprache, Name und Herkunft der Komponist*in durchsucht werden!
Webseite: https://www.boulangerinitiative.org/
Instagram: @boulangerinitiative
Für alle Sänger*innen out there: Die amerikanische Mezzosopranistin und Dozentin Logan Contreras hat mit der «Kassia Database», benannt nach der ersten bekannten Komponistin, eine Datenbank geschaffen, welche ausschliesslich dem Liedschaffen von Frauen gewidmet ist. Diese reicht vom Barock bis ins 21. Jahrhundert. Die Suche in der «Kassia Database» kann mit Hilfe von Filtern nach Stimmlage, Schwierigkeitsgrad, Musikepoche, Sprache und Herkunft der Komponistin präzisiert werden. Zu den Liedern gibt es zudem weiterführende Informationen zum benötigten Stimmumfang, zur Klavierbegleitung und Links zu verfügbaren Partituren.
Webseite: https://www.kassiadatabase.com/
Instagram: @kassiadatabase
Auf dem Hügel Pincio in Rom liegt die Villa Medici. In ihren weiten Gärten leben Pfauen, die auf ihren Streifzügen durchs Grün die Ewige Stadt überblicken können und dabei auf Künstler*innen bei ihrer Arbeit treffen. Denn seit mehr als 200 Jahren ist die Villa Sitz einer Akademie, der Académie de France à Rome. 1840 spazierte hier auch die deutsche Komponistin und Pianistin Fanny Hensel unter römischen Pinien, lauschte plätschernden Brunnen, musizierte, sang und komponierte. Neben anderen weilte sie da zusammen mit Charlotte Thygeson, einer Pianistin aus Norwegen. Die beiden musizierten gemeinsam, von Thygeson wurde Hensel später aber auch mit frischem Broccoli versorgt.
Von der Begegnung der beiden wissen wir aus Hensels Briefen. Überhaupt geht das Wenige, was wir über Charlotte Thygeson wissen, aus den Erzählungen derjenigen hervor, die ihr begegneten. Aus ihren Erinnerungen ergibt sich das Bild einer vielseitigen Pianistin, die in Norwegen, Italien, Frankreich, Dänemark und in der Schweiz lebte; die konzertierte und unterrichtete; die aber auch politisch aktiv wurde, als sie 1846 den Bau des Grabmals der feministischen und sozialistischen Vordenkerin Flora Tristan (1803–1844) unterstützte.
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Die Komponistinnen Kaija Saariaho und Ethel Smyth begegneten sich auf den Spielplänen der Metropolitan Opera in New York City (MET). 2016 war das, 72 Jahre nach Smyths Tod. Ethel Smyth war die erste Komponistin, von der eine Oper an der MET gespielt wurde: «Der Wald». 113 Jahre trennen ihre Aufführungen von jenen der Oper «L’amour de loin» von Kaija Saariaho – so lange hat es gedauert, bis an der MET auf die erste von einer Frau geschriebene Oper die nächste folgte. *
weiterlesen…«Ich würde gerne mehr frauenkomponierte Musik hören, aber ich weiss nicht, wo anfangen.» Das hören wir oft. Geht es dir auch so?
Hier – damit fängst du an! Viel Spass beim Hören, Weiterstöbern und Geniessen!
Übrigens: Weitere Inspiration und Hörempfehlungen findest du auf unserem Spotify-Profil FemaleClassics. In unserer Playlist «Best of Female Composers» gibt es noch zahlreiche weitere Stücke von Komponistinnen zu hören. Zudem findest du in unserer «Playlist of the Future» die Diversität in der klassischen Musik, die wir uns für die Konzertsäle wünschen.
Wo finden wir eigentlich all die Komponistinnen? Zum Beispiel im Internet. Hier sind 14 Links, die wir zum Stöbern, Kennenlernen und Weiterbilden empfehlen: