
Zum Jahreswechsel haben wir uns das zweite Jahr in Folge die Zahlen der Schweizer Berufsorchester angeschaut. Wir untersuchten die Spielpläne all jener Orchester, welche Mitglied sind bei «orchster.ch», dem Dachverband der Schweizer Berufsorchester. Wieder wollten wir wissen, wie es um die Programmierung von Komponistinnen in den subventionierten Konzerthäusern steht und haben dieses Jahr zusätzlich ein Ranking der Orchester erstellt.
Unter allen programmierten Komponist*innen liegt der Frauenanteil bei 9%. Die restlichen 91% sind Komponisten. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 1% und repräsentiert noch lange nicht die Fülle an vorhandenen Werken aus Komponistinnenhand. Trotz einiger positiver Beispiele lässt sich noch kein grundsätzlicher Wandel feststellen.
Leider ist es auch immer noch so, dass wenn Werke von Komponistinnen programmiert werden, deren Dauer innerhalb des Konzertprogramms kürzer ist als die von Komponisten. Werke von Komponistinnen sind oft Ouvertüren, die deutlich kürzer als Sinfonien sind und dementsprechend auch nicht beworben werden. Das Hauptwerk – die Sinfonie – stammt fast ausnahmslos von Komponisten. Drei Orchester möchten wir jedoch positiv hervorheben: Das Musikkollegium Winterthur steigert seinen Anteil an programmierten Komponistinnen im Vergleich zum Vorjahr von 3% auf 14%. Und auch beim Orchestre de la Chambre de Lausanne stimmt die Richtung. Das Orchester steigert seinen Anteil von 0 auf 6%. Klare Spitzenreiterin bleibt das Lucerne Festival Orchestra. Es steigert seinen Anteil von 25% auf glatte 40%. Wir gratulieren! Die genauen Zahlen der jeweiligen Orchester, sowie das Ranking aller 15 Berufsorchester findest du weiter unten.

















